Die Therapieansätze des Arztes bei einer Nagelpilzinfektion

Bei der Behandlung von Nagelpilz setzt der Arzt zunächst bei einer umfassenden und eindeutigen Diagnose sowie der Bestimmung der Pilzart an, die die Infektion ausgelöst hat. Dies ist neben dem Schweregrad des Pilzbefalls ausschlaggebend, um eine adäquate Behandlungsmethode auswählen zu können. Der Erregernachweis wird durch eine mikroskopische Untersuchung einiger Hornteile geführt, die der Arzt vorher der erkrankten Körperpartie entnommen hat. Hieran schließt sich die konkrete Bestimmung des Erregers an. Die Ergebnisse der hierfür angezüchteten Zellkulturen liegen allerdings erst nach ca. 3 Wochen vor. Zusätzlich nimmt der Arzt auch eine differentialdiagnostische Analyse vor.

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Er schließt so aus, dass der Erkrankung der Nägel eine andere Ursache als eine Pilzinfektion zugrundeliegt. Denkbar wären hier Krankheiten wie Ekzemnägel, Nagelpsoiasis oder eine Knötchenflechte des Nagels. Aufbauend hierauf wählt der Arzt die für Sie geeignete Therapie. Hier kommen zum einen eine lokale Behandlung, zweitens eine systemische Behandlung und als dritte Therapiesäule die Lasertherapie in Frage.

  1. Lokale Nagelpilzbehandlung

Ein Arzt kann zunächst versuchen, mittels der bereits bei der Selbsttherapie beschriebenen medizinischen Antimykotika einen Behandlungserfolg zu erzielen. Sie erhalten die Medikamente hier eben auf Rezept. Verspricht diese externe Therapie keinen hinreichenden Erfolg, kann der Nagel mit einem Keratolytikum aufgeweicht und abgelöst werden. Hieran schließt sich eine Lokaltherapie des Nagelbetts und des nachwachsenden Nagels mit antimykotischen Präparaten an.

  1. Systemischer Behandlungsansatz

Bei einem ausgedehnten Befall von mindestens drei Zehennägeln kommt eine systemische Therapie mit oralen Antimykotika in Betracht. Die Systemtherapie(http://www.nagelpilz-hilfe.net/behandlung/) ist zwar deutlich wirksamer als das lokale Auftragen von Antimykotika. Gleichzeitig sollten aber auch nicht die hiermit verbundenen gesundheitsbeeinträchtigenden Nebenwirkungen der Medikamente unberücksichtigt bleiben. Klinisch nachgewiesen ist etwa ein signifikant erhöhter Transaminasenanstieg im Zuge einer längeren Medikamenteneinnahme. Sinnvoll und erfolgversprechend ist häufig eine Wirkstoffkombination aus systemischen und lokalen Präparaten.

  1. Lasertherapie

Die bei dieser Therapieform eingesetzten Laser setzen auf den thermischen Effekt als Behandlungserfolg. Der Laserstrahl dringt in den befallenen Nagel ein. Er inaktiviert aufgrund der hiermit verbundenen Wärmeeinwirkung das Pilzwachstum. Sowohl die Nagelstruktur als auch das umliegende Gewebe bleiben dabei unbeschädigt. Eine sichtbare und nachhaltige Verbesserung des Nagelbildes zeigt sich bei der überwiegenden Mehrheit der Betroffenen nach mehreren Wochen bis Monaten. Es ist wissenschaftlich allerdings noch nicht hinreichend belegt, dass alle Pilzsporen bei dieser Therapie eliminiert werden, da Pilzsporen im Allgemeinen recht resistent gegen Wärme sind. In diesem Fall wäre eine hundertprozentige Heilung nicht gegeben.

Sind Sie besonders anfällig für einen Nagelpilzbefall ?

Tatsächlich sind nicht alle Personengruppen in gleichem Maße gefährdet, an Nagelpilz zu erkranken. Kinder gehören in der Regel nicht zu dem Kreis der Betroffen. Mit zunehmendem Alter steigt jedoch das Risiko. Dies gilt insbesondere für solche Menschen, bei denen die Widerstandsfähigkeit der Haut herabgesetzt ist. Hier bietet sich ein idealer Angriffspunkt für Pilzsporen. Sie sind besonders gefährdet, wenn Sie beispielsweise an Diabetes mellitus oder an einer arteriellen Verschlusskrankheit leiden. Auch ein geschwächtes Immunsystem stellt ein Einfallstor für Pilzbefall dar. Hier ist etwa an HIV Kranke zu denken. Sie sind aber auch betroffen, wenn Sie bereits an vielen verschiedenen Erkrankungen leiden oder wenn Sie bestimmte Medikamenten wie Chemotherapeutika oder Immunsuppressiva einnehmen müssen, die die Wirksamkeit Ihres Immunsystems unterdrücken.

Wenn Sie aufgrund von Vitaminmangel, Zinkmangel oder Folsäuremangel weiche und brüchige Nägel haben, tragen Sie ebenfalls ein höheres Risiko, dass sich bei Ihnen ein Nagelpilz festsetzt. Als Sportler sind Sie ebenfalls in die Gruppe der Risikokandidaten einzuordnen, da Ihre sportlichen Aktivitäten zu einer stark vermehrten Schweißbildung führen, die der Entstehung von Pilzerkrankungen Vorschub leistet.

Das können Sie konkret tun, um dem Befall Ihrer Nägel mit Nagelpilz vorzubeugen

Nagelpilz fühlt sich in feuchter Umgebung besonders wohl. Um ihm effektiv vorzubeugen, ist daher die geeignetste Maßnahme, dem Pilz so weit wie möglich seinen Nährboden zu entziehen. Ansatzpunkte liefern eine gute Fußpflege, ein adäquates Schuhwerk, die Auswahl geeigneter Socken und ein gesunder Lebensstil. Was heißt das konkret?

  1. Gute Fußpflege

Achten Sie nach dem Reinigen Ihrer Füße darauf, dass sie gut abgetrocknet sind. Das gilt insbesondere für die Zehenzwischenräume. Ziehen Sie Ihre Socken und Schuhe erst an, wenn die Füße komplett trocken sind. Öffentliche Schwimmbäder, Saunen, Duschen von Sportstätten bieten dem Nagelpilz einen idealen Nährboden. Er ist ratsam, diese Räume nur mit den eigenen Badeschuhen zu betreten.

  1. Adäquates Schuhwerk

Tragen Sie so oft wie möglich luftdurchlässige Schuhe, etwa leichte Halbschuhe oder Sandalen. In geschlossenen Schuhen schwitzen die Füße stark. Wärme und Feuchtigkeit werden nicht hinreichend abgeleitet. Da Schweiß und Feuchtigkeit die Barrierefunktion der Haut herabsetzen, bietet sich dem Pilz leichter die Möglichkeit, einzudringen. Insofern leistet geschlossenes Schuhwerk der Entstehung von Nagelpilz Vorschub. nach-der-behandlung

Lassen Sie die Schuhe nach dem Tragen gut auslüften. Vermeiden Sie das Tragen von feuchten oder klammen Schuhen etwa nach einem starken Regenguss. Auch dann finden die Pilze einen guten Nährboden. Zu enges Schuhwerk unterstützt ebenfalls das Entstehen von Pilzinfektionen, denn die Druckstellen unterbinden leicht die natürliche Funktion des Fußgewebes.

  1. Geeignete Socken

Socken aus synthetischem Material fördert die Schweißbildung der Füße. Auch hier wird die natürliche Barrierefunktion der Haut deutlich eingeschränkt. Daher ist Materialien wie Baumwolle oder Baumwollmischungen der Vorzug zu geben. Das tägliche Wechseln der Socken versteht sich nicht nur aus Präventionsgründen.

  1. Gesunder Lebensstil

Da Pilzerreger bei einem geschwächten Immunsystem einen guten Ansatzpunkt zur Verbreitung haben und die Krankheit so leichter ausbrechen kann, sollten Sie gezielt auf ein vitales Immunsystem achten. Sie können Ihr Immunsystem stärken, indem Sie sich ausgewogen, abwechslungsreich und vitaminreich ernähren. Sorgen Sie für ausreichende, regelmäßige Bewegung.

Resümee

Nagelpilz gehört zu den häufig verschwiegenen Erkrankungen, von denen auch Sie betroffen sein können. Dabei gibt es sehr gute Behandlungsmöglichkeiten der Onychoykose. Je frühzeitiger eine Therapie beginnt, desto erfolgversprechender ist sie. Unbehandelt führt die Erkrankung zu einer Chronifizierung, die unter Umständen weitere Komplikationen wie etwa eingewachsene Nägel oder Entzündungen nach sich ziehen kann. Nicht immer ist ein Arztbesuch zwingend. Eine systematische, hinreichend langfristige Selbsttherapie wie auf http://www.nagelpilz-hilfe.net/ ist bei beginnendem Nagelpilz durchaus erfolgversprechend. Bleibt ein Heilungserfolg aus, ist es uneingeschränkt empfehlenswert, einen Arzt zu konsultieren. Ratsam ist in jedem Fall, dass Sie sich die Übertragungswege der Pilzerreger bewusst machen und dementsprechend individuelle Vorkehrungen treffen, die das Risiko eines Pilzbefalls minimieren.

Das Problem Nagelpilz auf einem Bick

Nagelpilz ist noch immer ein Thema, das gesellschaftlich tabuisiert wird. Dabei leiden deutschlandweit schätzungsweise zehn Millionen Menschen an Nagelpilz. Manchen ist nicht einmal bewusst, dass ihre Nägel befallen sind. Der überwiegenden Mehrheit ist die Thematik einfach nur unangenehm. Und nur ca. eine Million der Betroffenen ist wegen dieser Erkrankung in Behandlung. Eine umfassende Aufklärung ist hier nötig. Denn ist ein Nagel erst einmal von den Pilzsporen befallen, besteht die Gefahr, dass er sich weiter verbreitet. Von alleine verschwindet der Nagelpilz jedenfalls nicht. Das Tabuthema Nagelpilz ist vielschichtig. Es reicht von einer medizinischen Einordnung der Erkrankung, über Symptome und Behandlungsmöglichkeiten bis hin zur Krankheitsprävention.

Was ist Nagelpilz?

Nagelpilz ist eine Erkrankung der Finger- und/oder Fußnägel. Im Fachjargon wird der Nagelpilz auch als Onychomykose oder Tinea unguium bezeichnet. Der Begriff Onychomykose ist von den lateinische Wörtern Onycho (Nagel) und Mykose (durch Pilze hervorgerufene Krankheit) abgeleitet. Im Verlauf der Erkrankung verfärbt und verformt sich der Nagel. Auslöser der Erkrankung sind Pilze wie Dermatophyten, seltener Hefe- oder Schimmelpilze oder auch Mischformen mehrerer Pilze. Dermatophyten oder Fadenpilze befallen bevorzugt die verhornten Körperstellen des Menschen wie etwa die Haut und die Nägel. Dort ernähren sie sich von Keratin, der Hornsubstanz in den Nägeln. Bei den Dermatophyten werden drei Gattungen unterschieden. Zum einen handelt es um den Trichophyton pubrum(https://de.wikipedia.org/wiki/Trichophyton_rubrum). Diese Gattung ist zu 90% ursächlich für eine Pilzinfektion. In selteneren Fällen sind der Epidormophyton floccosum oder der Trichophyton mentagrophytes der Infektionsauslöser.

Übertragungswege bei einer Pilzinfektion

Der Erreger eines Pilzes werden durch eine Schmier- oder Kontaktinfektion übertragen. Dabei kann der Übertragungsweg direkt oder indirekt erfolgen. Im Falle der direkten Schmierinfektion wird der ursächliche Erreger durch den direkten Hautkontakt mit einer bereits infizierten Körperpartie weitergegeben. Die Pilzsporen können dabei sowohl von Mensch zu Mensch als auch von Haustier zu Mensch verbreitet werden. Erfolgt die Übertragung über den Hautkontakt mit einem kontaminierten Gegenstand oder einer kontaminierten Oberfläche, spricht man von indirekter Schmierinfektion.

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Es reichen bereits kleinste infizierte Hautpartikel aus, um eine Infektion auszulösen. Dabei haften die infektiösen Pilzsporen bevorzugt auf Handtüchern und Bodenbelägen. Da sie äußerst widerstandsfähig sind, können sie dort wochenlang überleben und bleiben auch über diesen Zeitraum ansteckend. Besondere Vorsicht ist in öffentlichen Bädern, Saunen sowie in Umkleiden und Duschen von Sportstätten gegeben. Hier ist das Ansteckungsrisiko sehr hoch. In dem dort herrschenden feuchtwarmen Klima finden Pilze optimale Lebensbedingungen vor. Beim Barfußlaufen werden die Pilze sehr rasch weitergegeben, da die Sporen über den Boden verteilt sind.

Wie macht sich der Nagelpilz bemerkbar?

Eine mögliche Pilzerkrankung können Sie leicht an folgenden, typischen Symptomen ausmachen:

  1. der Nagelrand verfärbt sich weiß oder gelblich
  2. der Nagel erscheint glanzlos
  3. die Nagelplatte verdickt sich
  4. die Nagelplatte ist bröckelig und rau
  5. im Nagel zeigen sich weißliche, gelbe oder grau-braune Flecken

Nagelpilzerkrankungen selbst therapieren

Eine Pilzinfektion, die erst im Anfangsstadium ist und sich noch nicht zu weit ausgebreitet hat, können Sie sehr gut selbst behandeln. Geeignet ist hier insbesondere die Anwendung von lokalen Antimykotika, die Sie rezeptfrei in der Apotheke vor Ort oder über das Internet beziehen können. Diese Medikament sind so zusammengesetzt, dass sie die die Erkrankung auslösenden Pilzerreger abtöten und /oder in ihrem Wachstum hemmen. Sie haben somit eine fungizide bzw. fungistatische Wirkung. Die Präparate tragen Sie als Nagellack oder als Salbe auf die befallenen Nägel auf. Falls Sie naturheilkundliche Produkte präferieren, sei Ihnen Lavendelöl oder Teebaumöl empfohlen.

xqxPositive Belege bezüglich der Wirksamkeit von Lavendelöl haben portugiesische Forscher im Rahmen ihrer wissenschaftlichen Studien im Journal of Medical Microbiology dokumentiert. Studienhinweise bezüglich des Naturprodukts Teebaumöl finden sich in der Enzyklopädie der Dermatologie, Venerologie, Allergologie und Umweltmedizin. Als Hausmittel hat sich die Behandlung von Nagelpilz durch Betupfen der betroffenen Nagelpartie mit Essigessenz bewährt. In dem nicht basischen Milieu bildet sich der Pilz langsam zurück, und ein gesunder Nagel kann nachwachsen. Für den langfristigen Erfolg jeder dieser Maßnahmen sind eine regelmäßige Anwendung sowie weitreichende Hygienevorkehrungen unabdingbar.

Stellen Sie sich auf eine Behandlungsdauer von mehreren Monaten ein. Die Anwendung der Produkte geht deutlich über den Zeitpunkt hinaus, an dem die vorher sichtbaren Nagelveränderungen verschwunden sind. Falls Ihre in Eigenregie vorgenommenen therapeutischen Maßnahmen nicht den gewünschten Erfolg zeigen oder der Pilzbefall regelmäßig wiederkehren, sollten Sie einen Arzt konsultieren, um einer Chronifizierung der Erkrankung vorzubeugen.